Geschichtlicher Überblick

Der Hohe Justizrat ist gleich im Anschluss an den „Weißen Marsch“ eingesetzt worden, aber die Pläne zu seiner Schaffung sind viel älter.

Die Regierung und das Parlament sind sich bereits früher des ernsten Vertrauensverlusts der Bürger der Polizei und den Gerichtsbehörden gegenüber bewusst geworden.

Die politischen Entscheidungsträger sind in ihren Reformen sehr viel weiter gegangen als jedes andere Land in Europa. Sie haben sich nicht auf die Schaffung eines „Hohen Rates der Magistratur“ beschränkt – ein Konzept mit korporatistischer Konnotation –, sondern haben beschlossen, einen „Hohen Justizrat“ einzusetzen, in dem ebenfalls Mitglieder der Zivilgesellschaft tagen.

Der Hohe Justizrat kann in Anbetracht seiner doppelten linguistischen und sozialberuflichen Parität zu Recht als demokratisches Forum bezeichnet werden, wo sich alle Meinungen zur gerichtlichen Funktion äußern können.

Im Jahre 1998 wurde der Hohe Rat im Artikel 151 der Verfassung verankert, und im Jahre 2000 hielt der funkelnagelneue Rat seine erste Versammlung ab.